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  Wittgensteiner Schieferpfad
 



Wittgensteiner Schieferpfad - 15 km

[April 2016]


Der Wittgensteiner Schieferpfad war lange Zeit Dauergast auf meiner To-Do-Liste. Als ich ihn 2014 entdeckte, wollte ich unbedingt hin. Dann dachte ich mir, dass er doch recht lang ist, also erst mal wieder nach hinten geschoben. Ein Jahr später hab ich mich wieder damit beschäftigt, aber da er auch recht schwer sein sollte... wieder nach hinten geschoben. Und dann im April 2016 waren wir eines morgens ganz spontan auf der Suche nach einer Tour. Es war einer von diesen Tagen, wo man schon im Auto sitzt und sich dann erst entscheidet, wo es eigentlich hin gehen soll. Da war also noch der Schieferpfad. Was war da noch mal? Warum waren wir den noch nicht gegangen? So schnell keinen Plan, also... fahren wir einfach hin.
 
Es geht also nach Bad Berleburg-Raumland, wo wir gegenüber des Besucherbergwerks parken, da sich hier auch ein Schild mit der Aufschrift Wittgensteiner Schieferpfad befindet. Was wir erst später gesehen haben: Der eigentliche Parkplatz befindet sich unten an der Eder, man muss also noch den Weg runter fahren. Aber macht nichts, auf die paar hundert Meter kommt es ja nicht an. Wir gehen also hinunter zum Startpunkt. Ein Einstiegsportal weist den Weg, so dass wir automatisch in die vorgegebene Richtung gegen den Uhrzeiger gelangen. Durch das Portal geht es direkt zur Eder runter. Hier ist vorgesehen, auf Trittsteinen im Wasser unter der Brücke, die wir für den Zuweg überquert haben, herzugehen. Das klappt aber schon mal nicht, denn der Wasserstand ist recht hoch und die Steine somit überspült. Da wir nicht gleich nach den ersten 10 m im Wasser landen und die Tour zwangsweise abbrechen wollen, entscheiden wir uns also dafür, diesen kleinen Abstecher direkt mal auszulassen. Wir gehen an der Brücke vorbei und schon haben wir wieder das Fledermaussymbol, das uns als Wegmarkierung während der Tour begleitet, vor Augen.
 
Weiter geht es dann kurz über einen Asphaltweg, bis wir aber schon nach wenigen Metern nach links den Hang hoch geleitet werden. Ein schmaler Pfad führt uns auf eine alte Bahntrasse, der wir nun oberhalb der Eder entlang folgen. Zwischendurch werden wir wieder auf den Radweg geführt, vermutlich um an einer Rastbank vorbeizukommen, die direkt an der Eder steht. Weiter geht es dann die Bahntrasse entlang. Nach gut 1 km kommen wir unterhalb des Waldes an einem Rastplatz mit Schutzhütte vorbei. Aber für eine Rast ist es noch zu früh. Wir folgen weiter unserem Weg, der sich mal unterhalb und mal oberhalb des Radwegs entlangschlängelt. Während Jogger, Radfahrer und Spaziergänger auf dem festen, ebenen Weg unterwegs sind, wandern wir teilweise oberhalb den Hang entlang und teilweise auch mal unterhalb in einer Art Graben. An einer Stelle durchqueren wir sogar einen alten Tunnel unter dem Weg, der uns direkt zur Eder führt, an dessen Ufer wir weiterwandern. Man erkennt gut das Prinzip, nach dem diese Tour aufgebaut ist: Schmale Pfade, die immer wieder vom Hauptweg abgehen. Wäre eine Stelle mal nicht begehbar oder verpasst man einen Abzweig oder traut man sich eine Passage nicht zu, könnte man also einfach auf den Radweg weitergehen. Aber das wollen wir natürlich nicht.
 
Nach 2,6 km überqueren wir die Hauptstraße zwischen Bad Berleburg und Dotzlar, wo sich übrigens auch ein Wanderparklatz befindet, von dem aus man in die Tour einsteigen kann. Die Strecke führt nun über Schiefersteine kurz etwas steiler bergauf und wir kommen uns kurzzeitig vor wie in einem Weinberg an Mosel oder Rhein. Oben angekommen, gelangen wir auf einen Waldpfad, der uns oberhalb der Eder entlang in Richtung Arfeld führt, während unter uns die Radfahrer ihre Bahnen ziehen. Kurz vor Arfeld treffen wir auf die Via Adrina, die hier für ein paar hundert Meter identisch mit dem Schieferpfad verläuft. Es geht durch serpentinenartige Pfade mal mehr und mal weniger steil den Hang hoch. Oben angekommen, zweigt die Via Adrina schräg nach rechts ab, während wir aber nach links abbiegen. Wir wanden über weiche Wiesenwege entspannt durch den Wald. Aber so soll es nicht bleiben; die nächste Kraxelpassage lässt nicht lange auf sich warten: Am Berg Honert geht es rechts ab in den Hang hinauf. Der Untergrund wird steiniger und felsiger. Zur besseren Deutlichkeit des Weges sind hier zusätzlich bunte Punkte auf die Steine gesprüht, auf denen man idealerweise entlanggehen sollte. Wir müssen aufpassen, wo wir hin treten, denn manche Steine sind locker und bewegen sich, bröckeln sogar weg. Und dann ist da mitten im Fels am Hang... eine Bank. Wie urig! Wir fragen uns, wie man hier eine Rastbank aufstellen kann. Eine kurze Pause muss in dieser herrlichen Kulisse einfach sein!
 
Weiter geht es dann immer auf schmalem Weg am Hang entlang, bis der Wald sich schließlich öffnet und wir oberhalb von Biltzerbach aus dem Wald herauskommen. Nun geht es erst einmal über eine Wiese abwärts und dann über einen Schotterweg im Wald weiter. Am Wegesrand liegt ein alter Schiefersteinbruch. Es geht nun immer weiter aufwärts, weiter vorbei an schönen Bänken, mal über Waldwege und mal über Pfade, bis wir nach 8,5 km schließlich den Berg Fredlar erreichen. Hier gibt es zunächst eine tolle Aussicht und im weiteren Wegverlauf wieder eine kraxelige Passage an Felsen vorbei. Aus dem Wald heraus wandern wir zum Hof "Hinter der Lenne" und überqueren bald ein weiters Mal die Straße zwischen Bad Berleburg und Dotzlar. Wir kommen an einem weiteren Wanderparkplatz vorbei und gehen mit schöner Aussicht auf Bad Berleburg am Waldrand entlang. Nun geht es leicht abwärts in den Wald. Auch hier führen vom breiten Schotterweg immer wieder Pfade ab, mal nach rechts, mal nach links und immer wieder mit schöner Aussicht. Wir kommen noch an einem weiteren alten Steinbruch vorbei und erreichen nach 14 km schließlich wieder unseren Ausgangspunkt.
 
So. Das war also der Wittgensteiner Schieferpfad. Kurz und knapp unser Eindruck: Wow. Wir wussten, dass die Strecke schon etwas Besonderes sein würde, aber dass wir so etwas vorfinden würden, hätten wir nicht gedacht.
 
Die Strecke ist durch die steinigen und steilen Pfade wirklich nicht zu unterschätzen. Man muss trittsicher und schwindelfrei sein und außerdem einigermaßen trockenes Wetter haben. Bei starkem Regen kann es heikel werden, von Eis und Schnee gar nicht zu sprechen. Aber wer gute Bedingungen hat, wird begeistert sein von der Strecke. Es gibt ausreichend Rastmöglichkeiten und die Markierungen sind so angebracht, dass man sich mit der üblichen Umsicht gut zurecht findet, ohne sich zu verlaufen. Festes Schuhwerk ist ein Muss und Wanderstöcke sind auch sinnvoll.
 
Auch sollte man genügend Zeit einplanen. Wir waren insgesamt 7 Stunden unterwegs, weil wir einfach zwischendurch zumindest mal kurz auf einigen der schönen Bänke sitzen wollten und sich viele tolle Fotomotive geboten haben. Wer fitter ist als ich (was ja nicht schwer ist...) und gut mit den Kraxeleien klar kommt, kann natürlich schneller gehen, aber ich persönlich finde die Strecke - grade wenn man sie nicht öfter geht - einfach zu schade, um sie schnell abzuwandern. Daher kann ich jedem nur empfehlen, lieber ein bisschen früher zu starten, um die Tour ausgiebig genießen zu können. Für uns war es auf jeden Fall eines unserer Wanderhighlights hier in der Gegend, das ich gerne weiterempfehlen möchte!











Parkplatz gegenüber vom Schieferbergwerk









Einstiegsportal an der Eder









Urige Pfade durch ein altes Bachbett









Durch diesen Tunnel geht es durch. Tipp: Immer jemand anderen vorgehen lassen, der dann erst mal die Spinnennetze mitnimmt.









Schmaler Pfad an der Eder entlang.









Wenn man sich dieses Foto so anschaut, denkt man: Wegmarkierung am Baum oberhalb des Weges angebracht, ok. Aber nix da! Den Hang geht es runter!









Bachüberquerung nahe eines Parkplatzes. Wenn man reinfällt, freuen sich die Spaziergänger auf dem Hauptweg. Alternativ kann man den übrigens auch nehmen









Durch Schiefergestein bergauf. Für sich allein betrachtet könnte man das Foto auch als Eindruck von einer Tour in Weinbergen durchgehen lassen.








Schmaler Pfad oberhalb von Eder, Radweg und kleiner Nebenstraße.









Hier verlaufen der Schieferpfad und die Via Adrina für wenige hundert Meter auf derselben Strecke.









Hier ist der Weg noch gemütlich zu gehen...








...aber etwas später heißt es Kraxeln durch Felsbrocken am Abhang. Die roten Punkte markieren die ideale Strecke.









Aussicht nach der Kraxelei.









Auf die Mühe erst mal eine Pause.









Entspannter Wiesenpfad bergab.









Vorbei an einer alten Schieferhalde.









Am Berg Fredlar gibt es schöne Aussichten...









...und steinige Pfade









Und noch mehr Aussicht!









Aussicht auf Bad Berleburg eine ganze Weile später.









Wieder geht es am Hang und durch Felsen bergauf. Dieses Mal aber nicht ganz so steil.









Rastplatz an einem alten Steinbruch.








Hier sieht man sehr schön, wie neue Pfade geschaffen wurden, damit man nicht auf den Hauptwegen gehen muss.









Alter Steinbruch in der Nähe des Startpunktes.





 
 
 
   
 
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