siggipix - siggiwalx - Sigrid Müller - Wandern im Sauerland, Westerwald, Eifel, Mosel, Rhein, Siegen-Wittgenstein, Ostwestfalen, Traumpfade, Traumschleifen, Lahn-Dill-Bergland, Ederbergland, Burgwald
  Traumschleife Baybachklamm
 



Traumschleife Baybachklamm - 11 km

[Oktober 2015]

An einem wunderschönen Herbsttag im Oktober ist es soweit: Es geht auf die Traumschleife Baybachklamm. Diese Runde hatte ich damals noch etwas zögerlich auf die To-Do-Liste gesetzt, nachdem ich Fotos von den Kletterpassagen gesehen hatte. Steil ist ja schon gar nicht meins und wenn es dann noch auf Felsen ist.... uiuiui.... Aber da ich mittlerweile noch einige Strecken gefunden habe, die wohl wesentlich schlimmer sind, sollte ja zumindest die Baybachklamm einen Versuch wert sein. Immerhin sind alle Kletterpassagen mit Seilen gesichert und wenn man einmal gemerkt hat, wie fest die sind, ist alles halb so wild. Also los.

Wir starten vom Parkplatz in Heyweiler, der morgens um 8 Uhr noch angenehm lehr ist. Naja, um genau zu sein sind wir das erste Auto. Wir schnüren unsere Wanderschuhe und treten durch das Portal, das den Einstieg in den Traumpfad bereithält. Direkt danach müssen wir uns entscheiden: Biegen wir rechts ab, wandern wir die Tour gegen den Uhrzeiger, biegen wir links ab, dementsprechend natürlich mit dem Uhrzeiger. Wir gehen nach links, denn wir wollen mit dem Uhrzeiger wandern. Ich hatte im Internet gelesen, dass man so die kniffligen Kletterpassagen aufwärts überwinden muss, was mir wesentlich lieber ist als abwärts.

Wir wandern also los über einen Waldpfad und schon nach 400 m geht es so richtig los: Der Pfad wird zu einem schmalen Hangkantenpfad, der sich serpentinenartig immer weiter abwärts windet. Über Steine und Wurzeln geht es vorbei an knorrigen Bäumen, bis wir nach insgesamt 1 km das Tal und den dort befindlichen Buchbach erreicht haben. Sodann geht es wieder hinauf auf ebenso schmalen, sich windenden Pfaden. Wir erreichen Steffenshof, wo wir an einem weiteren kleinen Parkplatz vorbei wandern. Von hier aus kann man ebenfalls in die Traumschleife einsteigen. Weiter geht es wieder in den Wald und immer weiter bergab. Wir wandern auf Waldpfaden vorbei an kleinen Bächen, mal hier und da über eine Brücke. Am Wegesrand liegen Felsen und Überreste alter Bergbaukultur. Nach insgesamt 4 km treffen wir dann auf den Baybach. Bald darauf steht auch schon die erste Kletterpartie an. Es sind nur wenige Meter, aber die haben es direkt in sich, denn der Fels ist recht hoch und verlangt einen ordentlichen Schritt aufwärts. Blöd, wenn man so gelenkig ist wie ein Brett und dann auch noch mit Kamera und Wanderstöcken hantieren muss... Aber irgendwann ist es geschafft und ich bin oben. Ralf ist natürlich da hoch marschiert, als würde er das jeden Tag machen. Ist ja klar. Nun folgt eine lange Passage, in der es immer wieder mal auf und ab geht. Neben uns plätschert der Baybach, mal mehr mal weniger. Einige Stellen sind recht seicht, manchmal wird das Wasser wieder tiefer. Zeitweise wandern wir auf Höhe des Baches unmittelbar daneben entlang. Das herbstliche Morgenlicht scheint zwischen einem leichten Dunst zwischen den Bäumen hindurch. Jetzt ist wohl die schönste Zeit für diese Tour und wir haben uns anscheinend genau den richtigen Tag ausgesucht.

Nach insgesamt ca. 5 km entdecken wir links am Wegesrand große Höhlen, die Fledermäusen als Unterkunft dienen. Wir sind nun schon über 2,5 Stunden unterwegs und so langsam kommen uns immer mehr andere Wanderer entgegen oder überholen uns. Nach ca. der Hälfte der Tour kommen wir am Restaurant Schmausemühle vorbei. Schmausen ist hier aber für uns nicht, sonst bleibe ich an der nächsten Felsstufe hängen wie ein Klecks Spachtelmasse an der Hauswand. Gegessen wird nach der Tour und dann auch möglichst kein Schritt mehr getan. Wir wandern also an der Schmausemühle vorbei und entdecken ein paar hundert Meter weiter eine Bank in einer Kurve. Hier machen wir eine kurze Pause, um etwas zu trinken und ein paar Kekse zu knabbern. An uns vorbei marschieren so manche Leute.

Wir gehen weiter, wie gewohnt mal aufwärts, mal abwärts. Nun kommt eine etwas längere Kletterpassage, die aber nicht durch Höhenunterschiede beeindruckt, sondern eher durch sehr schmale und vor allem nasse Felsen. An den Seilen kann man sich gut festhalten und langsam aber sicher kommen wir voran. Am Ende dieser Passage wird der Weg kurzzeitig breiter und wir gehen auf Höhe des Baybaches weiter. Nun geht es wieder aufwärts und wir erreichen eine Felswand, die ich im Web schon auf vielen Fotos gesehen habe. Eine Trittstufe hilft auf die erste Höhe und dann heißt es langsam Fels für Fels weiter klettern, um über die Felswand zu gelangen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und brauche auch nicht mehr soooo lange wie vorher.

Der Rest der Klamm verläuft dann in ähnlichem Bild: Mal auf, mal ab, mal Felsen, mal Brücken, dann wieder breitere und mal schmalere Wege. Das macht richtig Spaß und ist immer wieder wunderschön anzusehen. Nach 7 km verlassen wir den Baybach, hangeln uns noch über ein paar letztere Felsen und gelangen durch die letzten Bachtäler immer weiter aufwärts, bis wir schließlich offene Felder erreichen. Die Traumschleife führt uns nun am Waldrand vorbei, bis wir nach ca. 9 km einen Aussichtspunkt auf einem Felsen erreichen. Von hier aus haben wir einen schönen Blick ins Baybachtal. Eine ähnliche Aussicht bietet sich kurz vor Ende der Tour auch noch einmal von einer Schutzhütte aus, von der aus wir die Schmausemühle sehen können. Nach 11 km kommen wir wieder am Parkplatz an, der mittlerweile hoffnungslos überfüllt ist, und düsen glücklich und zufrieden mit den gesammelten Eindrücken (und Fotos) dem avisierten Essensziel entgegen.

Die Traumschleife Baybachklamm ist völlig anders als unsere bisher gewanderten Touren. Aussichten gibt es kaum, mal abgesehen von denjenigen im Tal selbst. Dafür geht es durch tiefe Täler und Felsen am Wasser entlang, was sicherlich vor allem im Sommer recht angenehm sein dürfte, denn es ist schön kühl hier unten. Die Kletterpassagen sind gewöhnungsbedürftig, wenn man sowas nicht oder zumindest kaum kennt, aber mit der nötigen Vorsicht sollte jeder einigermaßen geübte Wanderer hier klar kommen.

Uns sind unterwegs vier Hunde (Bearded Collie, Labrador, Wolfsspitz und Border Collie) begegnet, die anscheinend auch alle keine Probleme mit der Strecke hatten. Für auf solchem Terrain ungeübte Hunde könnt es aber schwierig werden. Besonders sehr kleine oder sehr große Hunde könnten auf den Felsen an manchen Stellen Schwierigkeiten haben. Daher sollte jeder gut überlegen, ob er mit seinem Hund diese Strecke schaffen kann oder nicht. Klettererfahrene Hunde werden an der Tour schon auf Grund der vielen Planschmöglichkeiten am Wasser aber dann auch ihren Spaß haben.


Die Baybachklamm gehört auf jeden Fall zu den Touren, die wir trotz der weiten Entfernung (250 km einfache Strecke) sicher noch einmal wandern werden!









Einstieg zur Traumschleife in Heyweiler








Hier war wohl mal Aussicht, bevor alles nachgewachsen ist...









Herbst









Pfad bergab...









...mit ersten kleinen Kletterpassagen.









Noch mehr Herbst









Blümchen








Otto und Rudi müssen sich ihre Schuhe ja zum Glück nicht putzen









Wiesenweg hinab ins Baybachtal









Bergbauspuren und Höhlen werden uns immer wieder begegnen auf dieser Tour.









Hier gehts runter









Und hier gehts gleich wieder rauf









Höhlen am Wegesrand









Eine von vielen Kletterpassagen.









Ja, auch da hab ich mich hoch getraut!









Hier wird die Wegführung schon wieder entspannter...









Wasser und Felsen überall, dazu herrliches Herbstlicht









Aussicht nach dem Aufstieg









Noch mehr Aussicht, und zwar hinunter in die Klamm, in der wir vorhin noch wanderten.




 
   
 
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