siggipix - siggiwalx - Sigrid Müller - Wandern im Sauerland, Westerwald, Eifel, Mosel, Rhein, Siegen-Wittgenstein, Ostwestfalen, Traumpfade, Traumschleifen, Lahn-Dill-Bergland, Ederbergland, Burgwald
  Traumpfad Hatzenporter Laysteig
 



Traumpfad Hatzenporter Laysteig ~ 11,9 km

Die Tour beginnt am Bahnhof in Hatzenport, wo man auch Parken kann und wo auch die Übersichtstafel zu finden ist.
 
Es geht zunächst unter der Unterführung her und schon direkt aus dem Ort heraus. Nicht erst gemütlich irgendwo eine Straße oder einen Weg hoch... Nein, es geht die ersten 200 m steil und steinig einen Hang den Weinberg hoch. Hier ist Trittsicherheit gefragt und schwindelfrei sollte man auch sein. Teilweise kann man sich an einem Stahlseil festhalten, aber ansonsten kann man direkt am Auto auch eigentlich schon die Wanderstöcke auspacken. Wer solche steilen Hänge nicht gewohnt ist, bekommt hier gleich einen ersten Eindruck von der Wegbeschaffenheit, wobei allerdings auch zu sagen ist, dass nach den ersten 200 m "das Schlimmste" auch schon geschafft ist. Und wenn ich das schon so schreibe, dann ist das wirklich so! Nach der ersten Steigung befinden wir uns auf einem Asphaltweg. Wer clever kombiniert, ahnt es schon: Man könnte zur Not auch vom Bahnhof ein Stück der Straße folgen und dann rechts auf eben diesen Asphaltweg abbiegen, um auf die Höhe zu gelangen und die heftige Steigung zu umgehen. Ob ich das das nächste Mal machen würde, weiß ich aber nicht. Denn der Pfad hat schon so seinen Reiz. Lediglich an einer Stelle auf einem großen Schieferstein wusste ich nicht so gut weiterzukommen. Aber auch das habe ich geschafft.
 
Nun geht es weiter eine schmale Treppe hinauf und wir erreichen die Wetterstation mit einer Infotafel. Der Weg führt nun eigentlich nach rechts weiter, aber nach links ist nach wenigen Metern eine Aussichtspunkt ausgeschildert. Wir sind natürlich neugierig und schauen erst einmal dort vorbei. Von unten ruft es plötzlich aus dem Weinberg "Wollen Sie auf den Traumpfad? Dann müssen Sie nämlich in die andere Richtung!" Sehr aufmerksam die Moselaner! Mit einem Hinweis, dass wir kurz um die Ecke gucken wollen und einem Achso-mäßigen Kommentar von unten gehen wir weiter. Es geht auf einem schmalen Weg zwischen den Weinstöcken entlang. Wenn jetzt hier alles blühen würde, wären die Trauben wohl zum Greifen nah. Nach einigen hundert Metern gabelt sich der Weg und wir können wählen: Originaltrasse 80 m oder Felsenvariante 60 m. Wir wählen die Felsenvariante. Nicht, weil wir faul sind und 20 m sparen wollen, sondern weil es nach nicht mehr viel Steigung aussieht und es wohl auch kaum rustikaler weitergehen kann als auf dem ersten Stück. Und so ist es auch. Der Weg führt nur leicht bergauf am Hang lang über Felsen (haben wir uns fast gedacht). Ganz gut zu gehen also. Ruck zuck haben wir dann auch schon wieder den Treffpunkt beider Wegvarianten erreicht. Weiter geht es am Steilhang an den Weinbergen entlang, der Weg ist mal schmaler und mal breiter, falls man überhaupt wirklich von breit sprechen kann, denn nebeneinander gehen kann man hier auf keinen Fall. Wir erreichen zunächst eine Winzerhütte mit schöner Aussicht, aber lange aufhalten wollen wir uns nicht, da wir feststellen, dass wir für den ersten Kilometer schon eine Dreiviertelstunde gebraucht haben. Hängt natürlich auch mit der tollen Aussicht zusammen, für die man immer wieder stehenbleibt. Wieder geht es durch die Weinberge zum nächsten Aussichtspunkt unterhalb der Rabenlay mit einer Bank und einer Informationstafel. Auch hier wird nur das obligatorische Erinnerungsfoto gemacht und wir marschieren weiter zur Schutzhütte Rabenlay. Den dort befindlichen Kletterpfad beachten wir lieber gar nicht. Nun ändert sich das Wegbild. Wir verlassen die Weinberge und wandern durch Wiesen und Felder. Mittlerweile ist es richtig sonnig geworden, nachdem sich der Nebel vom Morgen verzogen hat und es wird auch immer wärmer. Die Felder sind nass und schlammig, was auf dem Weg entlang der Hangkante überhaupt kein Problem war. Jetzt bleiben wir aber ständig in der Wiese stecken oder rutschen aus. Nach einer Weile erreichen wir den Aussichtspunkt Kreuzlay. Eine wunderschöne Aussicht und ein Rastplatz laden zur ersten ausgiebigen Pause ein. Es ist fast windstill und man bekommt eine Ahnung, wie es hier im Sommer sein muss. Heute haben wir ca. 6 Grad, aber sobald es auf die 20 Grad zugeht, wäre dieser Weg für mich wahrscheinlich schon kein Thema mehr. Schatten ist weit und breit nicht in Sicht und wer Probleme mit Sonne und Hitze hat, sollte sich gut überlegen, wann er diesen Weg angeht. Nun können wir aber erst einmal in der Sonne sitzen und die Aussicht genießen.
 
Weiter geht es dann durch Wiesen und Felder, bis wir schließlich den Abstieg ins Schrumpfbachtal erreicht. Hier geht es durch schattigen Laubwald, der um diese Jahreszeit natürlich nicht ganz so viel Schatten bietet, aber im Sommer sicherlich angenehm ist. Aufgetürmte Steinhaufen befinden sich am Wegesrand und im Tal angekommen folgen wir dem Schrumpfbach an einem schmalen Pfad. Wir überqueren eine Straße und auf der nächsten Seite geht es direkt wieder nach oben. Die ganzen verlorenen Höhenmeter wollen ja schließlich wieder erklommen werden. Glücklicherweise befindet sich dieser Aufstieg im Schatten und ist angenehm kühl. Schwierig wird es, weil einige Stellen so matschig sind, dass man auf einen Schritt manchmal zwei Schritte wieder zurückrutscht. Schließlich haben wir die Steigung aber geschafft - und entdecken eine Bank für eine kleine Pause.... hinter einer großen Schlammlache. Ralf sitzt schon, ich schleppe mich mit letzter Kraft hin.... rutsche aus und liege auf dem Knie im Modder. Welch Ironie, wo ich doch am Steilhang eigentlich Sorge hatte, auszurutschen. Nee, das passiert erst an total unspektakulärer Stelle irgendwo im Feld. Letztendlich schaffe ich es aber doch noch auf die Bank. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter durch Felder und Wiesen. Wir überqueren eine weitere Straße, wandern an Weidewiesen vorbei und haben noch eine letzte leichte Steigung zu überwinden, nach der wir dann alle Höhen für diese Tour hinter uns gebracht haben. Es geht kurz über Asphalt und schließlich wieder an Feldern weiter. Die Bauern waren fleißig die Tage vorher und haben uns herrliche Matschpfützen hinterlassen, in denen wir fast steckenbleiben, wenn wir zu lange auf einer Stelle verharren. Dann das rettende Schild mit der Abbiegung nach links. Es geht auf dem Moselsteig an der Hangkante nach Hatzenport zurück. Schade, weil das Ende der Tour sich nähert, aber schön, endlich aus dem Schlamm herauszukommen. Wir gehen gemütlich auf dem schmalen Pfad weiter. Mittlerweile ist es Mittag vorbei und voll geworden auf den Wegen. Ganze Gruppen kommen uns entgegen und weil der Weg so schmal ist, muss man sich regelrecht an einigen Stellen aneinander vorbeiquetschen. Aber das macht nichts, jeder hat seine Freunde an der herrlichen Landschaft - und die anderen sind alle genauso dreckig wie wir! Schließlich wird der Weg breiter und wir haben Hatzenport langsam wieder erreicht. Im Dorf angekommen informiert ein Schild darüber, dass das letzte Stück des Traumpfades über einen Klettersteig verläuft. Den lassen wir aber aus und wandern direkt nach rechts an der Straße zurück zum Bahnhof. Vielleicht traue ich mich eines Tages mal an einen Klettersteig ran, aber für heute sind die Beine schon angestrengt genug. Nicht durch die Aufstiege, sondern durch das viele Ausrutschen im Matsch.
 
Der Hatzenporter Laysteig wird meist als "schwer" eingestuft. Wenn man die Klettersteige aber weglässt, ist die Schwierigkeit allenfalls mit "mittel" zu bezeichnen. Auch die ersten 200 m kann man umgehen.

Auf manchen Wanderseiten ist die Empfehlung für die Zeit von April bis Oktober. Wir waren nun im Februar da. Desh
alb hatten wir mit Matsche zu kämpfen, die natürlich um diese Jahreszeit auch nicht so schnell trocknet. Trotzdem würde ich persönlich diesen Weg beim warmem Wetter nicht wählen, weil ich die direkte Sonne nicht so gut haben könnte und es ohne Schatten sehr heiß werden kann. Wenn ihr mich fragt, ich würde die Tour wieder machen. Auch an einem Wintertag wie diesem. Denn jede Anstrengung hat sich für diese herrliche Landschaft absolut gelohnt! Und diese Strecke war ein guter Einstieg für weitere steile Pfade und Hangkantenwege, auch wenn es im ersten Moment doch sehr "ungewohnt" ist. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich doch meine Wanderstöcke mag?






Aufstieg zur Wetterstation









Aussichtspunkt oberhalb der Wetterstation









Pfad durch den Weinberg









Felsenvariante
(Die Originaltrasse verläuft ganz rechts etwas weiter unten im Bild. Beim Schild im Hintergrund treffen beide Wege wieder aufeinander.)









Winzerhütte mit Moselblick









Pfad am Steilhang (geht rechts um die Ecke weiter)









Kreuzlay









Aussicht von der Kreuzlay









Aussicht von der Kreuzlay in Richtung Rabenlay









Im Schrumpfbachtal








Pfad entlang des Schrumpfbaches









Kurzer Abstieg vor dem knackigen Aufstieg









Die Bank und die die Matsche









Ich und die Matsche









Feldpassage an Weidewiesen vorbei (kurzzeitig ohne Matsche)









Typisches Wegbild im Winter









Auf dem Moselsteig zurück nach Hatzenport









Pfad am Steilhang









Das Ziel im Blick mit einigen letzten schönen Panoramaeindrücken



 
   
 
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