siggipix - siggiwalx - Sigrid Müller - Wandern im Sauerland, Westerwald, Eifel, Mosel, Rhein, Siegen-Wittgenstein, Ostwestfalen, Traumpfade, Traumschleifen, Lahn-Dill-Bergland, Ederbergland, Burgwald
  Naturweg Liesetal Hallenberg
 



Naturweg Liesetal - 14 km
[September 2015]



Es ist Sonntagmorgen. Es ist diesig und trüb. Es regnet immer wieder. Außerdem hat es sich im Vergleich wenigen Tagen zuvor von 30 Grad auf 10 Grad abgekühlt. Grabeskälte sozugsagen. So einen Tag verbringen andere Leute mit einem guten Buch und/oder einer Tasse Tee auf dem Sofa. Wie gesagt, andere Leute. Wir nicht. Wir gehen wandern. Und damit es sich auch lohnt eine großzügige Runde von 14 km, die für uns schon in die Katergorie "lang" gehört. Und damit wir nicht alleine frieren, kommen Nina, Dani und Terrier-Mix Maja mit. Das gibt Spaß trotz des Wetters, soviel ist klar. Also los.

Wir treffen uns am Wanderparkplatz Am Hilmesberg in Hallenberg-Liesen, leicht zu finden, da unmittelbar in einer langen Kurve direkt an der Hauptstraße gelegen. Wir wandern wie vorgeschrieben mit dem Uhrzeiger und werden so als erstes über einen Asphaltweg zu einem Tretbecken geführt. Sieht bei diesem Wetter nicht sehr einladend aus. Muss aber auch nicht, denn eigentlich bewegen wir uns ja quasi in einem überdimensionalen Tretbecken. Zumindest könnte man sich das Tal bei diesem Wetter so vorstellen. Anschließend folgt ein Wiesenweg, wo man direkt die Wasserdichtigkeit seiner Wanderschuhe testen kann. Passt weitgehend. Bisschen Schwund ist ja immer. Aber geht schon im Wesentlichen.

Weiter geht es zunächst über eine lange Asphaltstrecke durch das Tal. Klingt wenig spannend, täuscht aber. Denn zum einen ist dieser Weg für das heutige Wetter wirklich passend und zum anderen bietet das Tretbecken... äh.... Tal um uns herum eine herrliche Atmosphäre, auch bei Schmuddelwetter. In einem Busch neben uns sitzt ein Eichhörnchen, das nicht flüchtet und das wir einen Moment beobachen. Rundherum ist alles so herrlich kräftig grün durch die Nässe.

Ja, es ist schön hier trotz immer wieder ganz leichtem Regen. Die Tour werden wir wohl aber recht zügig gehen, damit wir nicht frieren oder allzu durchnässt am Auto wieder ankommen und dank der Wegbeschaffenheit sollte das auch möglich sein. Dachten wir zumindest auf den ersten zwei Kilometern.


Doch dann war er da: Fingerhut. Vermutlich der letzte seiner Art, denn so langsam sind die Tage des Fingerhuts gezählt und man findet immer weniger davon am Wegesrand. Eigentlich habe ich den Sommer über schon ca. 2400 Fingerhut-Fotos geschossen, aber noch ein paar gehen ja immer. Und wenn es schon der letzte ist... Also werden ein paar Fotos gemacht. Ralf geht schon mal ein Stückchen vor. Nina, Dani, Maja und ich folgen. Ein paar hundert Meter dann der nächste Fingerhut. Ok, war wohl der vorletzte seiner Art vorhin. Dieser hier ist noch schöner.
Mit vielen Tropfen dran. Das schreit nach Makro-Modus, also wieder die Kamera raus. Nina zieht auch weiter. Dani und ich fotografieren und fotografieren, probieren Einstellungen aus und fotografieren wieder. Ralf und Nina verschwinden um eine Kurve.

Ok, jetzt aber mal weiter. Genug Fingerhut für heute. Irgendwann reicht es auch mal. Nach ca. 2 km kommen wir an einer Weide mit zwei Kühen vorbei. Wir bleiben kurz stehen und schauen. Ich überlege, ob sie sich wohl fotografieren lassen und "kooperieren". Tatsächlich kommen beide an den Zaun getrottet. Und so glüht die Kamera mal
wieder. Die beiden sind total lieb und neugierig. Während Nr. 1 Maja total spannend findet, lächelt Nr. 2 richtig professionell in die Kamera. Maja wartet geduldig, bellt nicht, bewegt sich nicht schnell und Nr. 1 geht fast auf Nasenkontakt. Alles super entspannt und so wird fotografiert und fotografiert. Dani findet nun auch Spaß daran, Kühe zu fotografieren und ich kann endlich mal Kühe fotografieren fotografieren. Aber alles schöne geht zu Ende und so müssen wir weiter. Ralf und Nina sind inzwischen über alle Berge. Oder besser gesagt um alle Kurven. Wie auch immer, jedenfalls weg.

Dani, Maja und ich marschieren weiter. Und weiter und weiter. An Ameisenhaufen wird noch fotografiert und ein nicht wirklich essbar, aber cool aussehender Pilz am Wegesrand. Nach einem weiteren Stück wandern folgt ein Steinpilz am Wegesrand. Der sieht richtig toll aus. Mein Wander-Ömmel wird positioniert und der Marko-Modus muss wieder ran. Danach noch Maja mit Ömmel fotografieren, wo wir schon dabei sind.

Wir wollen grade weiter, als mein Handy klingelt. Nina fragt, ob wir schon Station 7 der Hinweisschilder passiert haben. Keine Ahnung. Ralf und Nina warten bei Station 8. Ok. Wo bzw. wann auch immer das ist. Wir nehmen uns vor, jetzt mal zügig und vor allem ohne Unterbrechungen weiter zu wandern. Klappt auch ein paar hundert Meter, aber dann.... Heidekraut! Da kann man doch nicht dran
vorbeigehen! Wenn wir schon im August nicht in die Heide fahren, muss ich wenigstens alles an Heidekraut "mitnehmen", was wir sonst so unterwegs sehen. Also wird wieder geknippst, Maja im Kraut platziert. Es folgen noch ein paar schöne Flechten und Moos, da kann Dani auch nicht dran vorbeigehen. Wir passieren schließlich Station 7. Immerhin sind wir schon wenigestens dort angekommen. Weiter geht es. Nach 5 km erreichen wir Station 8. Hier befindet sich ein Rastplatz, wo Ralf und Nina schon warten. Die beiden haben in der Zwischenzeit schon gefrühstückt, Mittag gegessen und Abendbrot zu sich genommen. Immerhin ist die Gruppe jetzt wieder vereint. Wir schauen uns noch ein wenig an der hier befindlichen Liesequelle um und entscheiden uns dann, zügig weiterzugehen. Klappt auch ganz gut, denn jetzt setzt etwas stärkerer Regen ein. Der Weg macht eine Kehrtwende und von nun an wandern wir erst einmal in die Richtung zurück, aus der wir gekommen sind, aber auf der anderen Seite des Tals. Vorbei geht es an einer weiteren Weide mit Kühen. Keiner sagt etwas. Das Rindvieh wird ignoriert. Besser ist das. Der Weg macht schließlich einen Schlenker nach links und führt bergauf. Dani fotografiert ein paar Pilze und Ralf bekommt die Leine mit Maja dran. Und da Maja nicht ohne Mutti weitergeht, ist warten angesagt. So kommen Ralf und Nina nicht mehr so schnell weg. Clever gemacht... In einem nun folgenden kurzen Waldstück entdecken wir den sog. "Klebrigen Hörnling", eine sehr kleine Pilzart, die an Baumstämmen oder auf Moosboden wächst. Als Fotomotiv richtig klasse. An der nächsten Markierung wird ein Gruppenselfie geschossen, weil es grade aufgehört hat zu regnen. Weiter geht es oberhalb des Tals entlang. Dani entdeckt noch ein paar lila Blümchen am Weg, die sie fotografieren möchte. Ralf drückt mir die Leine in die Hand und wir fallen wieder gefährlich zurück. Aber dieses mal sollte es klappen und wir schaffen es tatsächlich, für den Rest der Tour gemeinsam weiterzuwandern. Tschakka!

Nach einer kurzen Waldpassage mit Aussicht ins Tal erreichen wir den Aufstieg in Richtung Parkplatz "Hohe Schlade" und wandern hier kurzzeitig auf dem Sauerland Höhenflug. Von hier aus gibt es eine schöne Aussicht ins Liesetal und wir machen eine Pause auf einer Bank, von der man diese Aussicht herrlich genießen kann. Ein Gruppenfoto wird noch geschossen und weiter geht es. Es ist nun windig geworden und regnet wieder. Wir erreichen den Hilmesberg, an dessen Fuß der Naturweg vorbeiführt. Es besteht auch die Möglichkeit, noch den Gipfel zu erklimmen. Wir überlegen: Sollen wir uns das bei diesem Schmuddelwetter und vor allem starken Wind noch antun? Die Antwort ist einfach: Na, klar machen wir das! Also, ab nach oben. Der Pfad ist nicht lang, aber steil und ein bisschen matschig. Dafür wird man oben am Gipfelkreuz mit einer schönen Aussicht belohnt. Vor uns sehen wir den Bollerberg mit seinem Aussichtsturm, zu dem man ebenfalls wandern könnte. Aber das machen wir ein anderes Mal. Weiter geht es auf gleichem Weg wieder runter zum Hauptweg. Der Naturweg führt uns aus dem Wald heraus mit einer weiteren schönen Aussicht in Richtung Hallenberg. Auf dem Hügel auf der anderen Talseite erkennen wir den "Sauerland-Stabil-Stuhl", der als Aussichtspunkt am Sauerland Höhenflug liegt. Hier kommen wir aber nicht mehr vorbei. Stattdessen führt der Naturweg über einen Schlenker noch auf dem letzten Stück durch Wiesen und Felder, bis wir unseren Ausgangspunkt erreichen.

Ziemlich nass, aber immerhin mit gut gefüllten Speicherkarten treten wir die Heimreise an.


Der Naturweg Liesetal ist zwar kein Weg mit großen Highlights, aber dafür gibt es viele Kleinigkeiten, die die Tour besonders machen. Für Schmuddelwetter ist die Strecke gut geeignet, da der Weg zum Großteil befestigt ist und es keine steilen An- oder Abstiege gibt (wenn man vom kleinen Ausflug zum Hilmesberg-Gipfel einmal absieht). Bei Sonnenschein macht das ganze natürlich noch mehr Freude. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man hier bei Schnee auch noch recht gut wandern kann, wenn dieser nicht zu hoch ist. Mal wieder eine schöne Tour, die sich gelohnt hat.

Wir haben übrigens trotz exzessiver Foto-Orgien nur 4:20 für die Strecke benötigt, was für unsere Verhältnisse recht schnell ist. Das liegt daran, dass wir wetterbedingt nur zwei sehr kurze Pausen machen konnten. Bei gutem Wetter würde ich mindestens 5 Stunden planen, um die Umgebung noch mehr genießen und sich aufhalten zu können.











Asphaltstrecke zu Beginn









Tretbecken








Kleine Brücke, die zu einem Wiesenweg führt









Dani und Maja beobachen Ameisen









Liesetal









Pilze am Wegesrand...









Fingerhut geht immer! Und dann noch mit Tropfen









Wer diese beiden etwas genauer kennenlernen möchte, klickt mal aufs Bild









Stein-(und)Pilz









Maja, das Ömmel-Taxi









Heidekraut am Wegesrand









Liesequelle








Kühe im Regen









Klebriger Hörnling








Blick zum Hilmesberg









Gruppenfoto









Pfad auf den Hilmesberg-Gipfel









Aussicht vom Hilmesberg









Blick vom Hilmesberg zum Bollerberg mit dortigem Aussichtsturm









Rudi









Letzte Aussichten auf dem Rückweg






 
   
 
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