siggipix - siggiwalx - Sigrid Müller - Wandern im Sauerland, Westerwald, Eifel, Mosel, Rhein, Siegen-Wittgenstein, Ostwestfalen, Traumpfade, Traumschleifen, Lahn-Dill-Bergland, Ederbergland, Burgwald
  Höhlen- und Schluchtensteig Kell
 



Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig Kell - 12 km


Startpunkt dieser Tour ist am Wanderparkplatz Bergwege an der K 57 bei Kell (Andernach). Als wir dort ankommen, ist es bewölkt und kühl. Die Traumpfad-Fahnen leuchten von weitem, als wir uns aus Richtung Kell dem Parkplatz nähern. Außer uns ist noch niemand vor Ort. Noch ein kleines Frühstück, ein Blick auf die Karte und das obligatorische Selfie, dieses Mal direkt vor der Wandertafel. Vorbeifahrende Radfahrer rufen lachend ein "Cheeeeeeeeese" rüber, man grüßt sich kurz. Ein paar Leute sind also doch schon wach um diese Uhrzeit. Um 8 Uhr geht es dann los. Gegen den Uhrzeiger folgen wir der Tour, wie es auch vorgegeben ist. Ziemlich sinnvoll, wie wir in der Mitte der Tour merken, denn da geht es steil bergab und das Stück als Aufstieg zu haben, ist bestimmt ziemlich anstrengend. Zunächst folgen wir aber ab dem Startpunkt einem Wiesenpfad neben der Straße entlang. Dann überqueren wir diese und folgen dem Traumpfad immer leicht bergab durch Felder und Wiesen. Hier auf dem Hochplateau hat man eine herrliche Weitsicht, die momentan aber leider recht grau ist. Wie toll muss das bei Sonne aussehen?

Wir fragen ist außerdem, wie viele Autos nachher wohl auf dem Parkplatz stehen werden. 10? Oder mehr? Mal schauen. Der Weg schlängelt sich durch die Felder, bis wir schließlich die Krayermühle erreichen. Dort überqueren wir eine weitere Straße und wandern nun ins Pöntertal. Der Weg ist ein breiter, geschotterte Waldweg. Nicht so wirklich traumpfadmäßig. Hinzu kommen jede Menge Hundehaufen am Weg. Da können die Wegbetreiber natürlich nichts für. Aber als Hundefreund - und hoffentlich irgendwann mal zukünftigem Hundehalter - frage ich mich doch, wieso man diese Hinterlassenschaften seines Vierbeiners nicht entsorgen kann. So egal kann einem das doch nicht sein, wenn man schon auf so einer schönen Tour unterwegs ist...? Und allzu viel Mühe macht es auch nicht. Naja, es ist schade. Aber wir wollen uns ja nun der Schönheit des Weges widmen. Der ist zwar auf dieser Passage noch nicht so richtig traumpfadmäßig, aber das ändert sich schnell nach ca. 4 km, als wir an der Pönterbachbrücke angekommen sind. Diese überqueren wir und gelangen damit auf einen Waldpfad, der uns mal mehr und mal weniger steigend immer weiter bergauf bringt. Unterwegs gibt es immer wieder Bänke für eine kurze Verschnaufpause und ganz oben angekommen sogar eine schöne Liegebank.

Weiter führt der Weg nun über Waldfpade mit schönen Ausichtspunkten: Dem "Schweppenburgblick", dem "Heimatblick" und - ganz einfach - der "Schönen Aussicht". Letztere wieder mit gemütlicher Liegebank. Ab hier geht es dann abwärts. Und da kommen wir zu der Passage, die ich nicht gerne hoch gehen wollen würde und die vermutlich der Gehrichtung ihren Sinn gibt. Zunächst geht der Weg an Hangkanten serpentinenartig abwärts. Etwas weiter unten wird es dann steiler, teils sind Treppenstufen in den Weg eingelassen. Am Ende dieses Abstiegs stehen wir vor der Gaststätte "Jägerheim", die zur Zeit (Mai 2015) aber geschlossen ist. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen und sucht sich immer mehr ihren Weg durch das Blätterdach des Waldes. Wir überqueren die Straße und wandern unterhalb des Eisenbahnviadukts hindurch, bis wir vor der ersten der vielen Trasshöhlen stehen. Der Traumpfad führt aber nicht einfach nur daran vorbei, sondern mitten durch! Als wir die erste Höhle verlassen haben, geht es über einen Waldpfad weiter und ein weiters Mal unter dem Eisenbahnvidadukt her. Dort haben sich Leute mit Kameras aufgebaut; vermutlich gibt es dort gleich einen schönen Zug zu sehen. Ein älterer Herr mit Videokamera erklärt uns, dass hier gleich eine Dampflock vorbeifahren wird. Diese ist in der Ferne schon zu hören und wir entscheiden uns, einen Moment zu warten, um auch noch ein obligatorisches Foto mit Lok machen zu können. Das Warten hat sich gelohnt. Die Dampflock rauscht vorbei; fröhliche Fahrgäste winken, wir winken zurück. Was für ein Timing! Weiter geht es durch eine weitere Höhle und nochmals über die Straße. Ein Pfad führt uns oberhalb des ehemaligen Klosters Tönisstein (als Sprudel bekannt) vorbei, bis wir schließlich die Wolfsschlucht erreichen. Der Weg wird hier enger und man ist umgeben von hohen Felswänden. Unterhalb sucht sich der Tönissteiner Bach seinen Weg durch die Schlucht. Interessantes Fotomotiv ist ein Baum an einem Abhang, dessen Wurzeln frei liegen. Wir nutzen diese Location für eine kleine Fotosession. Das eigentliche Highlight ist aber wohl der Wasserfall am Ende der Wolfsschlucht. Leider nicht zugänglich, wie wir feststellen müssen. Auf der Wandertafel war auf einem der Fotos eine Wanderin direkt am Wasserfall zu sehen und wir hatten gehofft, ihn uns auch von ganz nah anschauen zu können. Hierfür müsste man aber erst an den Absperrungen der Wege vorbei; darauf verzichten wir lieber. Weiter geht es dann ein weiteres mal mit einer Straßenüberquerung in den nächsten Wald. Ab jetzt geht es leicht berauf, vorbei an einem Wohngebiet, einem alten Römerbrunnen, aus dem schwefelhaltiges Wasser sprudelt und das man daher besser nicht trinken sollte, bis wir nach einer kurzen Feld- und Waldpassage wieder das Hochplateau erreichen. Eine letzte Aussichtsbank bietet einen Blick rüber zum Siebengebirge. Ich möchte ein Foto machen, von dieser ganzen Umgebung, aber vor der Bank steht leider ein Auto. Sind manche Leute so fußkrank, dass sie den Weg schon halb fahren müssen? Nein, die Lösung ist eine andere: Der Parkplatz samt angrenzender Feldwege ist von anderen parkenden Autos hoffnungslos überfüllt. Sowas haben wir noch nicht gesehen. Naja, Traumpfad am sonnigen Wochenende halt. Bei einigen Strecken wohl normal. Wir haben natürlich direkt so gepark, dass wir gut wegkommen. Während andere Autos noch auf der Straße herumfahren und verzweifelt nach einem Parklpatz suchen (unser war nach 1,5 Sekunden schon wieder belegt), rauschen wir gemütlich davon. Früh dran sein lohn sich eben. Auch wenn wir dafür die erste Hälfte de
r Strecke mit kühlem und bewölktem Wetter absolvieren mussten. Den Ausblick gibt es ja später noch mal.

Der Höhlen- und Schluchtensteig Kell ist alles in allem ein lohnenswerter Traumpfad, aber man muss bedenken, dass dieser seinem Namen erst auf der zweiten Hälfte so richtig alle Ehre macht. Die erste Hälfte bietet auch einige schöne Passagen und je nach Wetter und auch eigener Ansichtsweise findet man hier auch schon erste Highlights, aber in einigen Wanderlogs habe ich ebenso von Leuten gelesen, die von den ersten 4 km nicht allzu begeistert waren. Ich sehe das so: Irgendwo muss der RUNDweg ja herkommen. Dass eine Tour nicht vom ersten bis zum letzten Kilometer top sein kann, ist völlig normal. Wenn die Hightlights dann aber in der Mitte gut verteilt sind, ist alles ok - und man bleibt wenigstens nicht einen ganzen Tag hängen, weil man soooo viel fotografieren muss. Für uns hat sich die Tour gelohnt; wir würden sie auch wieder gehen und sind glücklich über einen schönen Tag.

Und an die gewissen Hundehalter: Steckt euch demnächst Kotbeutel ein! Und benutzt sie vor allem auch! Ich möchte irgendwann in ferner Zukunft (hoffentlich) auch mal mit einem eigenen Hund auf Wandertour gehen und nicht von allen mit Augenrollen angeschaut werden, weil jeder nur genervt ist von Hundehaufenpromenaden und die süßen Vierbeiner (die ja gar nichts dafür können) schon nicht mehr sehen mag.







Start und Ziel mit praktischer Schuh-Binde-und-Putz-Hilfe









Mittlerweile der Klassiker bei Wanderungen: Schuhe und Blümchen









Und auch mal nur Blümchen...









Pönterbach-Brücke. Ab hier wirds pfadig.









Schweppenburg-Blick









Wiesenpfad vom Schweppenburg-Blick zum Heimatblick









Noch ein paar Meter bis zur schönen Aussicht









Da isse dann!









In Serpentinenpfaden geht es bergab. Schöne Location übrigens auch für Gruppenfotos








Trasshöhlen









Glück gehabt und die Brohltalbahn "erwischt"!









Der Traumpfad führt direkt durch die Höhlen hindurch.









An der Klosterruine Tönisstein









Wolfsschlucht









Wie ein Schnitt durchs Erdreich - und schöne Kletterkulisse für Kinder









Wasserfall in der Wolfsschlucht









Römerquelle mit CO²-haltigem Wasser









Leichter Aufstieg durch Wiesen und Felder 









Etwas weiter rechts befindet sich der "Siebengebirgsblick". Der war aber leider zugeparkt. Also die Aussicht von hier.






 
   
 
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