siggipix - siggiwalx - Sigrid Müller - Wandern im Sauerland, Westerwald, Eifel, Mosel, Rhein, Siegen-Wittgenstein, Ostwestfalen, Traumpfade, Traumschleifen, Lahn-Dill-Bergland, Ederbergland, Burgwald
  Am Ende der Welt
 



Am Ende der Welt - 10 km
[August 2015]


Das Ende der Welt liegt gar nicht so weit entfernt. Um genau zu sein mitten im Westerwald, grade einmal knappe zwei Stunden Fahrt von uns aus. Bei so einem kurios
en Namen für einen Ort bzw. Weg wird man natürlich neugierig. Und da der Schlenderer in seinem Buch "Wanderlust im Westerwald" eine schöne Tour hierzu präsentiert, haben wir uns diese einfach mal vorgenommen.

Die Tour zum Ende der Welt startet am Friedhof. Ich musste ein bisschen schmunzeln, als ich das gesehen habe... Los geht es also, wie gesagt, am Friedhof, und zwar an demjenigen in Stein-Wingert. Hoch motiviert hatte ich mir die Tour als GPS-Track aufs Handy geladen, Karten hatte ich nicht. Also ganz auf die Technik verlassen. Das haben wir zum ersten Mal so gemacht. Ok, das Buch war zur Not im Rucksack verstaut...

Der eigentliche Weltende-Pfad ist nur ca. 6 km lang, aber der Schlenderer führt uns auf eine Tour, die noch einen Schlenker macht, wodurch wir noch ein paar schöne Wegpunkte "mitnehmen" können. Vom Friedhof in Stein-Wingert folgen wir zunächst dem Naturpfad Weltende in entgegengesetzter Richtung. Es geht zunächst bergauf an der Hauptstraße. Schnell erreichen wir den ersten Pfad, der uns duch Laubwald bergauf und dann wieder bergab führt. Nach einer Straßenquerung geht es auf Asphalt weiter zur ersten kleinen Siedlung, die wir nur streifen. Vorbei an einer Kuhwiese (Fotos!) geht es in Richtung Nister, die wir überqueren. Nun erreichen wir Flögert. Der Naturpfad Weltende geht hinter der Brücke nach links, aber wir halten uns rechts und wandern in Richtung Helmerother Mühle. Hier erreichen wir die Hängebrücker über die Nister. Der GPS-Track möchte uns hier gerne ein Stück weiter und dann durchs Wasser schicken. Hier gibt es einen Fahrweg, den man wohl bei Niedrigwasser nutzen kann. Aber die Brücke ist schon ganz in Ordnung! Wir wandern durch Wiesen und Felder an einer weiteren kleinen Siedlung vorbei, überqueren nochmals die Nister und erreichen Helmeroth. Bis hier hat die Tour einen recht hohen Asphalt-Anteil und jetzt steht eine kurze Passage durchs Dorf an. Nachdem wir Helmeroth verlassen haben, geht es dann aber erst einmal pfadig weiter. Es geht auf einem schmalen Waldweg leicht aufwärts. An einer Rastbank dürfen wir die Abbiegung nach rechts nicht verpassen. Der Weg ist sehr schmal und schon mit kleinen Laubbäumen recht zugewachsen. Hier geht es aufwärts und der Laubwald wechselt in Nadelwald. Schließlich erreichen wir offene Felder mit weiten Aussichten über den Westerwald. Eine Bank läd zu einer Pause ein. Weiter geht es dann in Richtung Helmerotherhöhe. Das kleine Dorf streifen wir nur am Rande. Obwohl es noch recht früh am Tag ist, ruft uns ein Anwohner freundlich ein Guten Morgen zu und fragt, welche Tour wir wandern. Nach kurzer Erläuterung sagt er "Weltende. Der schönste Teil vom Westerwald-Steig." Nach einem kurzen Small-Talk geht es weiter. Auf dem Weg ins Nistertal treffen wir eine Frau mit einem 10 Wochen alten Hovawart-Welpen. Auch mit ihr kommen wir ins Gespräch, spielen ein bisschen mit der kleinen vierbeinigen Dame. Die Westerwälder scheinen sehr freundlich zu sein! Unsere Wege trennen sich auf einem Feldweg, dem wir geradeaus in Richtung Nister folgen. Hier erreichen wir wieder den Naturpfad Weltende. Auf einer Felsnase mit Rastplatz hat man eine schöne Aussicht ins Nistertal. Und da geht es jetzt runter. Holprig und sehr steil wandern wir bergab, bis wir uns auf Höhe des Wassers befinden. Wir gehen über eine kleine Brücke und schon befinden wir uns auf dem Westerwald-Steig, der uns nun mit dem Naturpfad Weltende zurück zum Ausgangspunkt begleiten wird. Was jetzt folgt, ist ganz großes Wanderkino! Es geht mal auf, mal ab. Über Felsen, teilweise sehr steil, oft mit Seilen gesichert und an einer Stelle sogar mit zwei Trittbügeln im Felsen. Nicht hoch, aber auch so nicht wirklich was für mich. Ein bisschen eiere ich rum, bis ich da runter komme. Zum Festhalten gibt es leider an dieser Stelle kein Seil, sondern eine aus dem Boden ragende Metallstange. An solchen Stellen kommen mir ja immer alle möglichen Gedanken. Wenn man jetzt ausrutscht oder stolpert und auf dieses Ding fällt..... Naja, ok, man sollte sich nicht immer zu viele Gedanken machen. Die Stelle ist nicht mal einen halben Meter hoch, aber ich hänge an diesen Trittbügeln... irgendwann bin ich unten. Geschafft. Meine persönliche schlimmste Stelle des Weges. An den übrigen Stellen helfen die Seile und vor allem unsere Wanderstöcke. So aufregend das ganze auch ist, so ist es leider auch viel zu schnell schon wieder vorbei. Wir erreichen eine Rastbank am Wald und machen eine ausgiebige Pause. Es ist Juli und hier an dieser Stelle gibt es wenigens keine störenden Wespen und Bremsen. Blöd nur, wenn man die Spezi umkippt, diese beim Öffnen fast explodiert und man hinterher schön süß riecht, damit einen die kleinen Biester noch bis zum Auto verfolgen. Da hätte ich dann doch lieber noch mehr Trittbügel gehabt. Nach der Rast geht es über eine weitere Brücke über die Nister nach Ahlhausen und von dort über einen zunächst Wiesen-, dann Waldpfad entlang einer Hangkante oberhalb der Nister leicht steigend in Richtung Parklplatz zurück.

Für die Tour sind auf jeden Fall festes Schuhwerk und Wanderstöcke sinnvoll, auch wenn einem das auf der ersten Hälfte nicht so vorkommen mag. Bei Regen bzw. nach starkem Regen sollte man hier nicht unbedingt wandern, dann kann es rutschig werden an den Felsen und Hängen. Von Eis und Schnee braucht man wohl gar nicht zu sprechen. Der Westerwald-Steig hat eine Umgehung für den Weltendepfad, aber damit verpasst man das Schönste natürlich.

Unsere erste Tour aus dem Buch "Wanderlust im Westerwald" hat uns - im Nachhinein - sehr gut gefallen. Am Anfang waren wir ein bisschen irritiert durch den hohen Asphalt-Anteil der Strecke, aber die zweite Hälfte der Tour ist dann einfach nur noch ein Traum. Wäre die ganze Strecke in dieser Beschaffenheit, wäre sie ganz schön anstregend geworden. So war es für uns genau richtig. Am Anfang gemütlich wandern und die Umgebung kennenlernen, ein bisschen Orientierung schaffen. Und später dann auf ins Abenteuer entlang Felsen und Hangkante mit Seilen und Trittbügeln - wenn auch nur zwei Es hat Spaß gemacht und vor allem Lust auf mehr. Mehr Westerwald und mehr Schlenderer-Touren. Mal schauen, was wir als nächstes wandern werden!











Kuhten Morgen! - Doch schon jemand wach so früh









Die erste von diversen Brücken, die wir heute überqueren werden.









Brücke Nr. 2, schaukelt schön









Wiesenweg entlang der Nister









Hier überquere wir die Nister mal wieder.









Fotofreundliche Dorfbewohner in Helmeroth.









Waldpfad bergauf.









Feldpassage mit Wildwechsel (war leider nicht schnell genug mit der Kamera...)








Weite Aussichten.









Hier treffen wir auf den Weltendepfad.









Es geht steil bergab...









Auf dem Westerwaldsteig geht es ab jetzt für den Rest der Tour weiter.









Mal auf gleicher Höhe mit der Nister, mal oberhalb am Hang entlang.









Böse, böse Trittbügel in schwindelerregender Höhe!








Über Wurzeln am Hang entlang.









Mal wieder eine Brücke








Die Nister.









Westerwaldsteig/Weltendepfad in der gemütlichen Variante.









Wenigstens kann man sich nicht beklagen, dass die Passage nicht ausreichend gesichert ist









Ein letztes kleines Stück offene Wiese, bevor wir den Ausgangspunkt erreichen.









Letzte Aussicht vor dem Ende. Schön hier im Westerwald!



 
   
 
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